stefanie fleischhauer
(*1997 in pforzheim) studierte von 2017 - 2024 an der abk stuttgart bei
prof. cordula güdemann & prof. katrin plavcak
2023 walter-stöhrer-preis für grafik und zeichnung
2024 - 2026 ist stefanie fleischhauer als meisterschülerin im weißenhofprogramm
2025 a-preis herbstsalon der abk stuttgart
2026 werner-pokorny preis
stefanie fleischhauer präsentiert in ihrer solo ausstellung aktuelle zeichnerische arbeiten, deren inspiration häufig traumtagebücher und innere bildwelten sind. wie fundstücke aus erinnerungsfragmenten bespielen zeichnungen und gezeichnete papierobjekte den galerieraum, laden ein, die zeichnerischen welten der künstlerin zu erkunden.
ein poetisches, subjektives gesamtgefüge.
fleischhauers zeichnung entsteht auf papier, das sie auf vielfältige weise bearbeitet. mal wird es vollflächig monochrom gefüllt, durch den dichten graphitauftrag entsteht der eindruck von metall, dann in feinen linien poetisch und beinahe hyperrealistisch bezeichnet. neben den reinen zeichnungen entstehen aus diesen bearbeiteten papieren objekte. die künstlerin schneidet formen aus, näht zusammen, stopft die entstandene hülle mit watte aus. zeichnung wird zu skulptur und bewahrt doch die leichtigkeit einer zeichnung.
in fleischhauers erinnerungsraum überlagern sich vielfältigste gedanken und darstellungen. widersprüchlich, in der ganz eigenen inneren logik der künstlerin. nichts ist, was es scheint, und liegt doch greifbar, erlebbar vor dem betrachtenden. wassertropfen sind stabil, eine fleischig scheinende zunge aus papier, ein kissen aus erinnerungsfragementen alter fotografien kaum zum ausruhen geeignet. fotorealistisch schöne zeichnungen von detailreichen interieurs, portraits und landschaften konfrontieren mit schweren inhalten. kippunkte ziehen sich durchs ganze werk der künstlerin wie die träume und erinnerungen, die sich in ihrer arbeit manifestieren. flüchtig, leicht wie watte und papier und doch inhaltsschwer. themen ihrer eigenen erinnerung und die des kollektiven familiengedächtnisses von herkunft, migration und verortung in den generationen und der gesellschaft.
fleischhauers arbeiten geben den betrachtenden größtmöglichen raum und freiheit für eigene erinnerungsassoziationen, lassen uns auf einen spaziergang eigener gedankenbilder gehen.
wassertropfen mit gesichtern fallen aus dem nichts,
umschlingende armpaare fangen uns auf
falling, catching.
manchmal war ich
2025 bleistift, tusche auf papier, watte, faden 110x82x20cm
